Archiv für März, 2009

Die Vier Stufen des Lernens

Mittwoch, März 4th, 2009

Wer Fähigkeiten erlernen will, durchläuft immer vier Stufen.

Dabei ist es egal, ob es ums Klavierspielen geht, um Aikido oder ums Flirten:

1. Unbewusste Inkompetenz

Am Anfang steht die Unfähigkeit. Und das Schlimme daran ist: Man weiß gar nicht, dass einem etwas fehlt. Und so glaubt man, die eigene Situation wäre “normal”.

Diese Einstellung filtert auch die Wahrnehmung des unbewusst Inkompetenten:

Er sieht nicht, dass Erfolg und Misserfolg durch unterschiedliches Verhalten zustande kommen. Er sieht nicht, dass nur fehlendes Wissen und fehlende Fertigkeit ihn vom Erfolg trennen. Der Bereich, in dem er inkompetent ist und es nicht weiß, ist für ihn irrational. In seinen Augen gibt es hier eben Menschen, die Glück haben, und es gibt Menschen, die kein Glück haben. Und jeder, der versucht, etwas an dieser gottgegebenen Verteilung zu ändern, ist für ihn ein Scharlatan.

Es kostet viel sachliche Überzeugungsarbeit, um einen unbewusst Inkompetenten auf die nächste Stufe zu hieven:

2. Bewusste Inkompetenz

Der bewusst Inkompetente realisiert, dass er tatsächlich etwas falsch macht. Er erkennt zum ersten Mal, dass es tatsächlich Mittel und Wege gibt, mit denen er besser zu seinem Ziel kommt, und die er genauso wie jeder andere erlernen kann.

Diese Stufe ist oftmals wie ein Erwachen: “Wie konnte es nur passieren, dass ich das jahrelang übersehen habe?”. Und häufig ist sie auch ein kleiner Schock. Zum ersten Mal sieht man, was man tatsächlich alles falsch macht — und was auf einen zukommt, wenn jetzt den Kurs wechseln möchte.

3. Bewusste Kompetenz

Der bewusst Kompetente hat gelernt, was Erfolg von Misserfolg unterscheidet. Er weiß, was er tun muss, um erfolgreich zu sein — auf intellektueller Ebene. Mit anderen Worten: Das Wissen ist in seinem Kopf, doch in Fleisch und Blut übergegangen ist es ihm noch nicht.

Das ist die Phase, die dem Lernenden die größte Selbstbeherrschung abverlangt:

Bei allem, was er tut, muss er ständig wachsam sein. Er muss sich selbst beobachten. Er muss alte Gewohnheiten erkennen. Und er muss sie gezielt durch bewusste Anstrengung durch die neuen Verhaltensweisen ersetzen. Verhaltensweisen, die sich jetzt zum Teil noch sehr fremd und hölzern anfühlen.

4. Unbewusste Kompetenz

Unbewusste Kompetenz ist die Stufe der Meisterhaftigkeit:

Wer unbewusst das Richtige tut, braucht sich nicht mehr zu konzentrieren. Wie ein Autofahrer, der mitten im Verkehr bei laufendem Radio mühelos in den richtigen Gang wechselt, beherrscht der unbewusste seine Fertigkeit. Wie ein geübter Maler kann er einen Schritt zurücktreten und sich auf das große Ganze konzentrieren. Die Feinheiten sind ihm längst in Fleisch und Blut übergegangen; er beherrscht sie blind.

Erst Meisterhaftigkeit eröffnet den Blick für eigene Perspektiven und Variationen: Man muss erst angekommen sein auf dem Gipfel, um von den eigenen Füßen aufblicken zu können und plötzlich die Landschaft um sich herum bewusst wahrzunehmen.

Wer Meisterhaftigkeit erreicht hat, der kann auch plötzlich gar nicht mehr nachvollziehen, wie er früher mit dieser “simplen Sache” solche Probleme haben konnte.

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Lebensweisheit zum Liebesglück

Dienstag, März 3rd, 2009

Blogger Sean M. zitiert die Lektion über Frauen, die er mit 11 Jahren von seinem Onkel erteilt bekommen hat:

Eines Tages wirst du eine Frau treffen, die dich von den Füßen haut. Eine Frau, die alles hat, wonach du suchst. Und vielleicht wird sie diejenige sein, mit der du dich niederlässt, und ihr werdet ein glückliches Leben zusammen führen.

Doch bevor es soweit ist, musst du etwas tun.

Bevor es soweit ist, musst du rausgehen und hundert andere Frauen vögeln.

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Leserfrage: Sie erzählt von anderen Männern

Dienstag, März 3rd, 2009

Frage:

Es gibt eine Frau, von der ich glaube, dass sie sich für mich interessiert. Sie fängt jetzt aber immer an, mir zu erzählen, wie sie gerade dabei ist einen Mann zu finden. Sie erzählt mir dann von anderen Typen und davon, dass sie nach Paris fahren möchte um ihren Traummann zu finden. Ich vermute, dass sie mich bloß testen will. Wie kann ich hier reagieren?

Antwort:

Du hast wahrscheinlich recht und sie will dich nur testen. Sie will sehen, ob du dich verunsichern lässt durch den Gedanken, dass sie einen Mann sucht und dich dabei scheinbar nicht in Betracht zieht. Sie will sehen, ob du jetzt eifersüchtig aufhüpfst und rufst “Nimm doch mich! Nimm doch bitte mich!”. :-)

Spiel ihr Spielchen einfach mit - und nimm es dabei selbst in die Hand. Schreib ihr, dass du ihr helfen wirst. Schreib ihr, dass du sie mit nach Paris nimmst und dass du dann mal einen richtigen Kerl für sie findest. Einen, der mal ein richtiger Mann ist, und nicht nur einer von den Luschen die sich sonst angezogen fühlen von ihr. (Alles natürlich in verspieltem Ton!)

Wenn du sie angeschrieben hast, wird sie sich wundern, ob du dich selbst jetzt mit zu diesen “Luschen” zählst — oder ob du am Ende vielleicht gar nicht interessiert bist an ihr und bloß mit ihr rumblödelst. Und dann wird sie anfangen, dir den kleinen Finger zu geben, um zu testen, ob du vielleicht doch noch anbeißt.

Lass deiner Fantasie freien Lauf und mal euer Pariser Abenteuer richtig aus. Beschreib ihr, was für einen Mann du für sie suchst, wo ihr hingeht, was für einen du für sie findest, wie er reagieren wird…und wie es dann mit den beiden weitergehen wird über das nächste Jahr, über die nächsten zehn Jahre und über die nächsten fünfzig Jahre.

Hab deinen Spaß damit, den Spieß umzudrehen. Du kannst darauf gespannt sein, wie sie reagiert.

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Attraktiv sein = Aufhören, Unattraktives zu tun

Montag, März 2nd, 2009

Viele Leute denken, um attraktiv zu sein, müsste man etwas tun.

Das Gegenteil ist richtig:

Der größte Teil von Attraktivität besteht darin, dass man unattraktive Dinge unterlässst.

Das gilt überall — in der Welt draußen genauso, wie im Online-Flirt. Online kann man es aber besonders gut beobachten.

Attraktiv zu sein bedeutet nicht, dass man besonders witzige Sprüche drauf haben oder ausgefallene Techniken beherrschen müsste. All diese Dinge sind in Wirklichkeit nur Krücken, mit denen man nach und nach lernt, falsche Gewohnheitsmuster abzulegen.

Erinnere dich einfach mal zurück, wie du als Kind warst. Hattest du da Probleme, jemand Fremdes anzusprechen? Ist es dir da schwer gefallen, einem Mädel zu sagen, dass du mit ihr spielen willst? Wenn du weit genug zurück denkst, wirst du feststellen:

Am Anfang waren wir alle kleine Abenteurer.

Nur:

Das ist uns leider ausgetrieben worden. Wir haben alle gerlernt, dass man sich nicht einfach nehmen kann, was man will, dass man nicht einfach fremde Leute ansprechen darf, und dass man zu allererst auf die Gefühle der Anderen achen muss.

In vielen Situationen sind diese Regeln vielleicht nützlich. Beim Flirten sind sie es aber nicht.

Was sind die größten Fehler, die Männer bei Frauen machen?

Hier ist eine Liste. Sie stammt vom “Vater des Dating-Ratgebers”, David DeAngelo:

  1. Du bist überfreundlich.
  2. Du versuchst, sie dazu zu bringen, dass sie dich mag.
  3. Du suchst ständig ihre Bestätigung und fragst bei allem um Erlaubnis.
  4. Du versuchst, dir ihre Liebe mit Geschenken und Gefallen zu erkaufen.
  5. Du redest dir zu früh zu starke Gefühle ein, obwohl du sie noch gar nicht richtig kennst.
  6. Du verwechselst männliche Attraktivität mit Nettsein.
  7. Du glaubst, du brauchst Geld und Aussehen um eine Frau von dir zu “überzeugen”.
  8. Du lieferst dich ihr aus und servierst ihr deine Gefühle auf dem Silbertablett.
  9. Du hast Angst, nicht in jeder Situation die richtigen Worte bereit zu haben.
  10. Du weigerst dich, dazu zu lernen, weil du glaubst, du wärst sonst nicht mehr “du selbst”.

Autoren wie David und ich tun nichts anderes, als diese Verhaltensweisen abzustellen.

Es ist nicht so, dass Männer von Natur aus unattraktiv wären und erst etwas lernen müssten, um ein vollständiger Mann zu werden.

Es ist genau andersherum:

Die meisten Männer sind nur eingehüllt in Vorstellungen und Überzeugungen und Angewohnheiten, die ihre natürliche Attraktivität verdecken.

Die Aufgabe von Dating-Coaches ist nichts anderes, als diese Barrieren nach und nach abzuschichten.

Und das ist genauso, wie wenn man jemandem das Rauchen abgewöhnen will: Man kann nicht einfach sagen: “Hör auf damit!”. Einfach aufzuhören wäre ein Akt von purer Willenskraft, und die versiegt irgendwann immer.

Um unattraktive Verhaltensweisen abzustellen, müssen sie erstmal durch andere Verhaltensweisen ersetzt werden. Und hier kommen Material und Techniken ins Spiel. Diese Dinge sind nur Krücken für den Anfang, die dir zeigen, dass du auch ohne deine alten Verhaltensweisen auskommst.

Wenn du mit einer unattraktiven Angewohnheit aufhörst, entsteht ein Vakuum. Sprüche und Spiele und Persönlichkeitstests haben nur die Aufgabe, dieses Vakuum zeitweilig zu stopfen.

Was am Ende den Unterschied macht, ist aber nicht der neue Spruch, sondern die Tatsache, dass du die unattraktive Verhaltensweise abgelegt hast, die vorher an seiner Stelle gestanden hat.

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Leserfrage: Wenn sie mit “Kennen wir uns?” antwortet

Sonntag, März 1st, 2009

Frage:

Ich fange gerade an, die Techniken aus deinem Buch anzuwenden. Ich schreibe dadurch schon lockerer als vorher. Aber manchmal bekomme ich als Antwort nur “Kennen wir uns?”. Wie soll ich darauf reagieren?

Antwort:

“Kennen wir uns?” — das klingt erstmal ziemlich abweisend. In Wirklichkeit ist es aber ein gutes Zeichen: Sie hat deine Mail nicht einfach weggeklickt oder ungelesen gelöscht - sondern sie hat darauf geantwortet.

Sie zum Antworten zu bringen ist der einzige Zweck, den deine Eröffnungsmail hat.

Wenn sie dir antwortet, hast du alles richtig gemacht.

Du kannst dann den zweiten Schritt gehen. Du hast ihre Aufmerksamkeit und kannst jetzt loslegen, eine Verbindung zu ihr aufzubauen.

In den nächsten Mails geht es also darum,

  1. etwas über sie zu erfahren und
  2. ihr zu demonstrieren, wie anders, wie unberechenbar und wie witzig du bist.

Auf ihre Frage brauchst du nicht groß einzugehen. Ich schreibe meistens einfach “Oh, ich bin neugierig” - und schreib dann über was anderes. Zum Beispiel so:

“Oh, ich bin einfach neugierig was für ein Mensch sich hinter diesem Foto versteckt. :) Wenn du ein Tier wärst, was meinst du wärst du für eins?”

Du darfst das nicht vergessen:

Dein Ziel ist nicht das Gespräch irgendwie künstlich am Laufen zu halten.

Dein Ziel ist sie zu überraschen. Dein Ziel ist sie zum Lachen zu bringen. Und dein Ziel ist herauszufinden was für ein Mensch sie ist - was sie fasziniert, was ihr Humor ist, welche düsteren Seiten sie hat…

Die Verbindungsphase ist die wichtigste Phase im Onlineflirt. Hier kannst du all die Richtlinien und Spiele und Persönlichkeitstest anwenden, die du im 4. Kapitel gelesen hast (S. 33-52).

Am Anfang wirst du dich ein bisschen hölzern dabei fühlen. Aber mit Übung wirst du Intuition entwickeln.

Deine wichtigste Leitlinie sollte sein, dass du selber schmunzelst beim Schreiben. Dann machst du alles richtig.

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Der Mythos Traumfrau

Sonntag, März 1st, 2009

Den meisten Männern geht es nicht darum, ein Frauenheld zu werden.

Viele meiner Leser kommen zu mir, weil sie eine ganz bestimmte Frau für sich gewinnen möchte. Und der weit überwiegende Teil möchte nur seine Flirtfertigkeiten trainieren, um dann bereit zu sein, wenn ihm eines Tages die Traumfrau über den Weg läuft.

Für unerfahrene Männer ist “die Traumfrau” jedoch so etwas, wie “die richtige Gelegenheit”:

Man verbringt den größten Teil seines Lebens damit, auf sie zu warten.

Der Grund dafür ist einfach:

Viele von uns denken immernoch in festen Kategorien. Wir tun so, als gäbe es zwischen Mann und Frau nur “ein” oder “aus”. Entweder man ist “zusammen”, oder man ist es nicht. Entweder man ist “verliebt”, oder man ist es nicht.

Wir kleben diese Etiketten auf unsere Beziehungen, weil wir es überall so sehen. Unsere Eltern machen es uns so vor. In Zeitschriften und Ratgebern wird es uns so erzählt. Und in Filmen und Fernsehserien ist es schließlich auch nicht anders.

Doch wieviele Probleme machen wir uns damit?

Wenn man genau hinsieht, gehen die allermeisten Probleme mit Liebeskummer und die allermeisten Beziehungsprobleme auf dieses Schachteldenken zurück.

Nehmen wir das Beispiel Liebeskummer:

Liebeskummer entsteht, wenn wir uns einreden, wir seien in jemanden verliebt — und wenn dieser Jemand unsere Gefühle aber scheinbar nicht erwidert. Das Problem entsteht nur, weil wir unser Interesse gleich in Liebe umdeuten. Wir denken uns:

“Au weia. Ich merke, dass ich seit einiger Zeit besonders interessiert an diesem Mädel bin. Sie gefällt mir. Ich muss es mir wohl eingestehen: Ich bin über beide Ohren verliebt!!!”

Doch das ist natürlich Quatsch.

Nur weil man Interesse an einer Frau hat, nur weil sie einem gefällt und nur weil man vielleicht gerne mit ihr Zeit verbringen und die Dinge zum Knistern möchte, heißt das noch lange nicht, dass man diese Frau liebt.

Man ist einfach nur interessiert an ihr.

Der Unterschied ist gewaltig:

Wer “interessiert” ist, kann sich guten Gewissens nebenher auch noch anderweitig umschauen. Wenn ich an Lisa interessiert bin, kann ich mich nebenher auch noch mit Anna treffen und mit Franziska rumknutschen. Da ist nichts dabei.

Rede ich mir aber ein, dass ich “verliebt” bin, sieht die Sache gleich ganz anders aus. Dann ist sie nämlich die Einzige. Für meine Augen darf es dann nur noch diese eine Frau geben. Würde ich dann noch anderen Mädels hinterherschauen — das wäre pures Fremdgehen!

Bei Beziehungsproblemen ist es genauso. Auch hier liegt das Problem oft nicht in der Beziehung, sondern an dem Etikett, das wir voreilig draufgeklebt haben.

Weil wir glauben, man “müsse sich entscheiden” zwischen “zusammen sein” und “nicht zusammen sein”, machen wir aus jedem Abenteuer eine feste Beziehung — einfach, weil “man das eben so macht”. Was wir aber oft nicht sehen: Es gibt unterschiedliche Beziehungen.

Es gibt Hassbeziehungen. Es gibt Spielbeziehungen. Es gibt Sexbeziehungen. Es gibt Kumpelbeziehungen. Es gibt Kumpelbeziehungen mit Sex. Es gibt offene Beziehungen. Und, ja, es gibt natürlich auch feste, exklusive Beziehungen.

Wir tun oft so, als ob “Beziehung” = “exklusive Beziehung” wäre — ganz automatisch, ohne freie Entscheidung. Versteh mich nicht falsch: Natürlich haben exklusive Beziehungen ihren Platz. Aber ob man zu Gunsten einer Person auf alle anderen Beziehungen verzichten will oder nicht, diese Entscheidung muss man schon selber treffen. Und zwar, nachdem man sich gegenseitig “ausprobiert” und die Beziehung mit Beziehungen zu anderen Frauen vergleichen hat.

Wer das nicht tut, und sich einfach “hineinrutschen” lässt, wird früher oder später frustriert…

Und dann beginnt sie aufs Neue:

Die blinde Suche nach der Traumfrau.

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