Archiv der Kategorie 'Leserfragen'

Sie zurückgewinnen (Leserfrage)

Mittwoch, März 24th, 2010

Frage:

Seit Tagen liegt meine Beziehung auf Eis. Unsere Beziehung ist nicht richtig beendet, wir haben aber entschlossen (eigentlich ja sie) dass wir uns erst mal für einige Zeit nich sehen. Und wie Du schon beschrieben hast, ja, ich will Sie natürlich zurück! Nun zur Frage:

Macht es in der Situation nun mehr Sinn um die Beziehung zu kämpfen (Briefchen, Blumen, bla) und ihr zu Zeigen was Sie mir bedeutet, oder ist es besser sich auf sich alleine zu konzentrieren und sein Ding zu machen.

Auf der einen Seite möchte ich Ihr ja zeigen was Sie mir bedeutet, Blumen zum Valentinstag schicken etc. Auf der anderen Seite denke ich mir, dass sich so ein Hinterhergerenne auch negativ auf, na ich nenns mal mögliche Chancen auswirken kann. Vielleicht merkt Sie ja auch erst nach einer Zeit ohne ein Lebenszeichen von mir was Ihr an mir fehlt.

Antwort:

Du willst deine Ex zurückgewinnen. Aus meiner Erfahrung ist es in so einer Situation immer am besten, sich erstmal um sich selbst zu kümmern.

Das Problem ist:

Solange du etwas BRAUCHST, bist du abhängig. Das bedeutet, dass du nicht du selbst bist und dich ständig “verbiegst”. Das ist kein gesunder Zustand.

Valentinsgrüße und Blumen helfen in bestimmten Situationen dabei, sie zurückzugewinnen. Nämlich dann, wenn sie dich vermisst und sich nach mehr Zuneigung von dir seht. In so einer Situation würdest du deiner Beziehung damit helfen (vorausgesetzt, es wird nicht zu einer Routine).

In deiner Situation ist es aber wohl anders. So wie ich dich verstehe, WEISS dein Mädel längst, dass du sie schätzt. Du bist ihr nicht “zu weit weg”, sondern “zu nah”. Das ist wahrscheinlich auch, warum sie Abstand gewollt hat.

Ich kann nur spekulieren, aber möglicherweise hat sie im Laufe der Beziehung das Gefühl bekommen, dass du Angst hast sie verlieren zu können… und dass du dich immer mehr “verbiegst”, um es ihr recht zu machen. Sie hat dann wahrscheinlich das Gefühl gehabt, als wäre sie gar nicht mehr mit DIR zusammen, sondern bloß noch mit einer weichgespülten Version die zu allem “Ja” sagt. (Kein Grund dich schlecht zu fühlen — ich hab das alles auch durchgemacht.)

Du bekommst das als Mann heute nirgendwo gesagt, aber die Wahrheit ist:

Frauen wollen nicht, dass du dich für sie verbiegst. Und wenn du es tust, fühlen sie sich erdrückt davon. Sie wollen nicht “Schuld” sein daran, dass du deine eigene Persönlichkeit wegschmeißt und deinen eigenen Willen aufopferst, nur um ihnen alles recht zu machen.

Wenn du in so einer Situation angekommen bist, ist der beste Weg (für dich, für sie und für eine mögliche neue Chance in der Zukunft), einen GROSSEN SCHRITT zurück zu machen.

Du musst ihr Luft zum Atmen geben, bevor du sie zurückgewinnen kannst.

Und du musst DIR selbst zeigen, dass du niemand Anderen “brauchst” um glücklich zu sein… dass du als Mensch auch alleine “gut genug” bist… und dass du etwas mit dir selbst anfangen kannst, auch wenn sich NICHT jemand anders um dich kümmert.

Nicht, um sie zu verdrängen oder sie nicht länger zu schätzen. Und auch nicht “um’s ihr zu zeigen” oder um ihr ein schlechtes Gewissen zu machen. Sondern vielmehr um deine eigene “Abhängigkeit” und deine “Sucht” nach Aufmerksamkeit von ihr abzuschütteln und wieder zu dir selbst zu finden.

Ich meine:

Als ihr zusammen gekommen seid, fand sie dich ja schließlich interessant. Und ich schätze, dass du zu diesem Zeitpunkt einfach lockerer und unbekümmerter drauf warst als jetzt, wo du quasi “deine Felle davon schwimmen siehst”. Finde zurück zu diesem Zustand, und du kannst sie zurückbekommen.

Viele Männer ziehen sich runter mit Worten wie “Verliebtheit” oder “Liebeskummer” — aber das ist alles Bullshit. Es hat nichts zu tun mit Liebe, sondern bloß mit Ängstlichkeit und mit verletztem Ego. Wenn du kurz drüber nachdenkst, weißt du dass das stimmt. :-)

Als Männer gewöhnen wir uns diese Klischees an, weil wir sie überall zu sehen bekommen… in Filmen, in Songs, in Zeitschriften. Aber die Wahrheit ist, dass dieses kindische Verhalten bloß unsere eigene Persönlichkeit verdeckt:

So lange du ängstlich bist, solange du abhängig bist von irgendwas und es unbedingt willst oder das Gefühl hast, du könntest nur glücklich sein wenn du erst dieses oder jenes hättest… so lange verhältst du dich bloß wie ein panisches Tier auf der Flucht und lebst im Tunnelblick. Und mal ehrlich: Wie attraktiv ist das?

Die Sache ist:

Das bist nicht du.

Deshalb:

Lass all den Bullshit und das Drama fallen, atme durch, und sei neugierig auf dich selbst und auf das, was in dir drinsteckt.

In dem Moment, wo du das tust, wirst du automatisch wieder interessant für andere Menschen — und für die Mädels.

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Leserfrage: Warum kann echte Liebe nicht wehtun?

Mittwoch, Juli 8th, 2009

Frage:

Ich finde deine Texte sehr wahr und weise.

Aber den letzten Satz verstehe ich nicht:

“Echte Liebe und echtes Verlangen fühlen sich gut an. Und zwar ganz egal, ob du [die Frau] bekommst oder nicht.”

Tut echtes Verlangen nicht weh, wenn man sie nicht bekommen kann?

Antwort:

Danke dir Pierre!

Es ist wie du sagst: Echte Liebe tut nicht weh. Und ja, du hast Recht, das Wort “Verlangen” ist vielleicht ein bisschen irreführend.

Was ich meine ist das:

Wenn du eine Frau schön findest, wenn du lächeln musst wenn du sie siehst und es sich gut anfühlt sie glücklich zu machen… dann kannst du dankbar für dieses Gefühl sein, selbst wenn du sie noch nicht “hast”.

Jede Phase in der Beziehung zwischen dir und einer Frau, die dir gefällt, ist immer nur eins von zwei Dingen: Entweder es ist Sex, oder es ist Vorspiel.

Du brauchst nicht verzweifelt zu hoffen auf irgendein großes Ereignis. Wenn du den Prozess jetzt in der Gegenwart nicht genießen kannst, dann wirst du wahrscheinlich auch in der Zukunft keine Ruhe finden. Wenn du jetzt unruhig bist, weil sie nicht mit dir ins Kino geht, dann wirst du auch später unruhig sein, wenn du mit ihr im Kino sitzt. Wenn du heute glaubst, dass dir zum Glücklichsein der nächste Schritt fehlt, dann wirst du das auch glauben, wenn du einen Schritt weiter bist. Oder zwei. Oder drei. Und am Ende kann sie neben dir im Bett liegen, und trotzdem hast du den Eindruck, dass “irgendwas fehlt”.

Es ist ganz einfach:

Wenn sie dir gefällt, und es dich glücklich macht dass es sie gibt, dann brauchst du dir keinen Kopf drum zu machen was passiert oder wann es passiert.

Du hörst überall, dass die glücklichsten Moment die sind, wo du sie küsst oder wo du mit ihr am Strand sitzt oder was auch immer — aber das stimmt nicht. Es sind nicht diese Ereignisse die dich glücklich machen. Es ist die Tatsache, dass du loslässt und aufhörst drüber nachzudenken, ob es noch besser werden könnte. Filme und Popsongs reden dir vielleicht ein, dass du nur unter solchen “besonderen Umständen” die Erlaubnis hast, den Moment zu genießen so wie er ist und mal für eine Weile NICHT nach dem nächsten Schritt zu gieren. Aber warum solltest du das nur unter “besonderen Umständen” dürfen? Aber wenn du erkennst, dass jede Interaktion mit einer hübschen Frau Vorspiel ist — dann siehst du dass diesen “besonderen Umständen” gar nicht so viel “besonderes” ist. Klar, es sind Zwischenpunkte. Wegmarkierungen sozusagen. Aber wenn du einen Weg gehst wird das Gehen doch auch nicht plötzlich “mehr wert”, bloß weil neben dir ein Meilenpfosten steht. Du genießt entweder das Laufen an sich, oder du tust es nicht. Wenn du es NICHT tust, dann kannst du dich zwar für eine Weile stolz fühlen, weil du eine bestimmte Wegmarke erreicht hast — aber der Stolz ist dann nicht von Dauer.

Das “Verlangen”, von dem du sprichst, ist das gleiche Verlangen wie wenn man als Kind ein Spielzeug will oder als Mann ein Auto. Nennen wir dieses Verlangen mal “Verliebtsein”: Du denkst, wenn du erstmal DIESE SACHE hast, wird dich das in einen glücklichen Menschen verwandeln. Und ja, wenn du es kriegst wirst du dich auch erstmal fühlen wie der König der Welt. Doch ganz egal, wie toll das Spielzeug ist — irgendwann gewöhnst du dich dran. Und dann ist der “Kick” weg, und du brauchst etwas Neues. Mit Liebe hat das nichts zu tun. Ich sage nicht, dass es irgendwie schlecht wäre — aber ich sage es hat eben mit Liebe nichts zu tun.

Der Unterschied ist:

Beim “Verliebtsein” ziehst du Glück aus einer Sache oder einem Umstand. Aus etwas, das außerhalb von dir selber liegt. An solche äußeren Dinge wirst du dich, wenn du sie einmal hast, immer gewöhnen mit der Zeit. Und deshalb lässt das Glück mit der Zeit immer wieder nach, und du wirst dich immer wieder zu etwas Neuem getrieben fühlen.

Bei echter Liebe dagegen kommt das Glück aus dir selber. Echte Liebe lässt sich am ehesten beschreiben mit Dankbarkeit: Du fühlst dich glücklich und dankbar, für die Gefühle, die eine Frau in dir weckt. (Oder ein Kind, oder ein Tier, oder der Sternenhimmel, oder deine Existenz…)

Verliebtsein ist immer gerichtet auf Zukunft — und deswegen ist es verbunden mit Unsicherheit und Angst.

Echte Liebe dagegen lebt immer im “Jetzt” — und deswegen ist es unmöglich, dass sie dich unsicher macht oder ängstlich.

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Leserfrage: Ist es dreist, beim ersten Treffen getrennt zu bezahlen und ihr nichts auszugeben?

Samstag, Juli 4th, 2009

Frage:

Eine Frage zum ersten Date. Wie schaut es da mit dem Bezahlen aus? Habe von dir letztens die “manipulierst du sie”-Mail bekommen und frage mich seitdem, ob man sie auch zahlen lassen soll oder nicht.

Ich würde es aber dreist finden, weil man derjenige ist, der das Mädel eingeladen hat.

Antwort:

Beim Bezahlen oder nicht Bezahlen geht es nicht um’s Geld. Weder dir, noch dem Mädchen.

Worum es wirklich geht, ist die Botschaft, die du damit über eure Beziehung sendest.

Die Grundregel ist:

Beziehungen sind nur gesund, wenn sie auf Austausch basieren.

Es ist okay, einer Frau etwas zu geben, wenn sie etwas Nettes für dich getan hat. Das hat nichts zu tun mit Geiz oder mit Kleinkariert-Sein. Es hat etwas damit zu tun, die Frau als gleichwertig zu respektieren.

Stell dir vor du bist Bill Gates. Du kannst locker ihren Eiskaffee mitbezahlen, ohne dass es irgendeinen Einfluss auf deine Lebensqualität hätte. Sie dagegen muss sich die 5 EUR vielleicht von ihrem Taschengeld absparen — und muss dafür vielleicht beim nächsten McDonald’s-Besuch mit ihren Freundinnen auf den McFlurry verzichten.

Wäre es in so einer Situation nicht angemessen, ihr den Kaffee mit zu bezahlen?

Ich finde nicht.

Die Botschaft, die du damit sendest wäre: “Du bist besser dran mit meiner Hilfe”.

Außerdem läufst du Gefahr, dass sie dein Verhalten noch auf eine andere Weise versteht. Nämlich als: “Ich will mich bedanken dafür, dass du dir die Zeit genommen hast dich mit mir zu treffen”.

Moment.

Was ist daran falsch, sich zu bedanken?

Falsch daran ist, dass sie, wenn sie sich mit dir trifft, doch nicht dir einen Gefallen tut! Sie trifft dich doch nicht, damit du etwas davon hast. Ihr habt beide etwas davon. Du bist neugierig auf sie, und sie ist neugierig auf dich.

Was ist fair daran, wenn nur du dich bedankst?

Der wahre Grund, warum Männer bezahlen wollen, hat nichts zu tun mit Fairness:

Sie glauben, die Frau würde ihnen einen Gefallen tun damit, dass sie zum Treffen erscheint. “Sie könnte in der Zeit so viele andere tolle Dinge machen als mit mir hier rumzusitzen — und deswegen möchte ich mich revanchieren” — so ungefähr denken Männer oft.

Der Grund ist:

Sie glauben, dass sie mehr Interesse an der Frau haben als die Frau an ihnen hat. Oder einfacher: Dass sie weniger wert sind als die Frau, und dass ihre Zeit weniger wert ist als die der Frau.

Natürlich sind diese Botschaften subtil. Gerade wenn es um eine kleine Rechnung geht, möchte man oft sagen, “ach komm, ist ja kein großes Ding”. Aber Vorsicht: Die Stimme, die dir das einflüstert, ist oftmals eben gerade nicht deine Vernunft oder deine Menschenliebe. Oftmals ist es der Teil von dir, der denkt, du hättest diese hübsche Frau nicht verdient und müsstest sie mit einem Dankeschön manipulieren, damit sie einen Grund hat dich wiederzusehen.

Bist du mit einer Frau zusammen, ist es okay, wenn du ab und an einfach mit bezahlst. Wenn sie dich gut behandelt in der Beziehung, und gerade wenn die Rechnung klein ist, wäre es unnatürlich wenn du nicht die zwei Euro mitbezahlen würdest.

Die Regel sollte sein:

Bezahl für sie mit, wenn du an ihrer Stelle auch für einen Kumpel mitbezahlen würdest.

Mit Kumpels weißt du genau wann es okay ist und wann nicht:

Manchmal bietet es sich einfach an, dass du für ihn mitzahlst. Du tust das nicht, weil du etwas willst von ihm oder weil du ihn manipulieren willst — sondern du tust es, weil du weißt, dass er in ähnlichen Gelegenheiten das gleiche für dich tut.

Auf der anderen Seite aber würdest du nie auf die Idee kommen, bei jedem Treffen für deinen Kumpel zu bezahlen. Würde er das erwarten, würdest du dir ausgenutzt vorkommen — und zwar zu Recht.

Nur solange sich eure Gefallen in der Beziehung insgesamt die Waage halten, ist euer Verhältnis ausgeglichen und gesund.

Und mit Frauen ist es nicht anders.

Klar kannst du versuchen, Erwartungen und Abhängigkeiten heranzuzüchten. Doch damit verdrängst du das Interesse, dass die Frau an dir selber hat durch das Interesse, dass sie an Geschenken und kostenlosen Getränken hat.

Viele Männer glauben nicht, was sie eigentlich anrichten, wenn sie etwas so “gut Gemeintes” tun.

Hier ist was Wissenschaftler rausgefunden haben in einem Experiment mit Kindern:

Sie haben den Kindern Buntstifte gegeben und malen lassen. Dann haben sie die Kinder in zwei Gruppen geteilt — Gruppe A und Gruppe B — und haben sie wieder malen lassen. Diesmal aber haben sie eine Belohnung eingeführt. Als “Dankeschön” dafür, dass sie so schön gemalt haben, wurden Gruppe A Bonbons versprochen. Die Wissenschaftler wollten sehen, welchen Effekt die Belohnung auf das Verhalten der Kinder hat. Die Belohnung wurde deshalb nur Gruppe A versprochen. Hinterher dann, im Anschlusstest, wurden dann beide Gruppen wieder zusammen malen gelassen. Ohne Versprechen für eine Belohnung. Das Ergebnis: Die Kinder aus Gruppe A hatten keine Lust zu malen, wenn sie nichts dafür bekommen. Sie hatten angefangen, eine Belohnung zu erwarten. Die Freude am Malen selber hatten sie verloren. Gemalt haben nur noch die Kinder aus Gruppe B — sie hatten nie eine Belohnung versprochen bekommen, und sie haben es einfach getan, weil ihnen das Malen selbst Spaß gemacht hat.

Kurz:

Wenn du jemandem regelmäßig einen Gefallen tust, baust du damit eine Erwartungshaltung auf für die Zukunft.

Der Andere wird sich über deinen Gefallen später nicht mehr freuen — er erwartet ihn einfach.

Und vor allem:

Er verliert auch die Freude an der Sache selbst, und er tut sie nur noch wegen der Belohnung.

Und das alles passiert ganz automatisch. Es hat nichts zu tun mit dem Charakter des Anderen oder damit, dass er eine manipulative Person wäre, die Andere gerne ausnutzt. Es ist einfach die Nebenwirkung von Belohnungen.

Deswegen gilt:

Wenn du einer Frau etwas ausgibst, darf es nie eine einseitige Belohnung sein. Jeder Gefallen, den du ihr tust, muss die Gegenleistung sein für etwas, das sie für dich getan hat.

Hast du eine längere Beziehung mit einer Frau, kannst du gelegentliche Ausrutscher hier vielleicht noch korrigieren. Wenn du merkst, dass es in die falsche Richtung läuft, kannst du die Dinge dann unter Umständen noch geraderichten, bevor es zu spät ist.

Beim ersten Treffen aber ist es anders.

Das erste Treffen setzt den Maßstab für den Rest der Beziehung.

Das erste Treffen mit einer Frau ist praktisch der “Trailer”, der ihre Erwartungen an dich für die Zukunft setzt. Bezahlst du hier aus “Nettigkeit” ihre Rechnung mit, stellst du damit leicht die Weichen in eine manipulative, ungesunde Beziehung, in der du dir ihre Zuneigung regelmäßig neu “erkaufen” musst.

Meine Regeln fürs Bezahlen oder Nicht-Bezahlen sind deshalb:

  • Lade Sie zum ersten Treffen nie ein.
  • Beim ersten Treffen bezahlen beide getrennt.
  • Wenn sie kein Geld dabei hat, ist es ganz normal dass du es ihr auslegst und es sie auch tatsächlich zurückzahlen lässt.
  • Ausgeben kannst du ihr das erste Mal etwas, nachdem ihr miteinander geschlafen habt und nachdem sie etwas für dich getan hat.
  • Frauen, mit denen du nicht geschlafen hast, gibst du nur etwas aus, wenn sie etwas Nettes für dich getan hat und du nicht die Absicht hast, mit ihr zu schlafen. Wenn du hier mogelst, manipulierst du und machst es tatsächlich nur schwerer für dich.
  • Wer wem Gefallen tut und Sachen ausgibt muss über die Beziehung insgesamt ausgeglichen sein. Bezahl ihr nie etwas, wenn du nicht auch einem Kumpel an ihrer Stelle etwas bezahlen würdest.

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Leserfrage: Sie erzählt von anderen Männern

Dienstag, März 3rd, 2009

Frage:

Es gibt eine Frau, von der ich glaube, dass sie sich für mich interessiert. Sie fängt jetzt aber immer an, mir zu erzählen, wie sie gerade dabei ist einen Mann zu finden. Sie erzählt mir dann von anderen Typen und davon, dass sie nach Paris fahren möchte um ihren Traummann zu finden. Ich vermute, dass sie mich bloß testen will. Wie kann ich hier reagieren?

Antwort:

Du hast wahrscheinlich recht und sie will dich nur testen. Sie will sehen, ob du dich verunsichern lässt durch den Gedanken, dass sie einen Mann sucht und dich dabei scheinbar nicht in Betracht zieht. Sie will sehen, ob du jetzt eifersüchtig aufhüpfst und rufst “Nimm doch mich! Nimm doch bitte mich!”. :-)

Spiel ihr Spielchen einfach mit - und nimm es dabei selbst in die Hand. Schreib ihr, dass du ihr helfen wirst. Schreib ihr, dass du sie mit nach Paris nimmst und dass du dann mal einen richtigen Kerl für sie findest. Einen, der mal ein richtiger Mann ist, und nicht nur einer von den Luschen die sich sonst angezogen fühlen von ihr. (Alles natürlich in verspieltem Ton!)

Wenn du sie angeschrieben hast, wird sie sich wundern, ob du dich selbst jetzt mit zu diesen “Luschen” zählst — oder ob du am Ende vielleicht gar nicht interessiert bist an ihr und bloß mit ihr rumblödelst. Und dann wird sie anfangen, dir den kleinen Finger zu geben, um zu testen, ob du vielleicht doch noch anbeißt.

Lass deiner Fantasie freien Lauf und mal euer Pariser Abenteuer richtig aus. Beschreib ihr, was für einen Mann du für sie suchst, wo ihr hingeht, was für einen du für sie findest, wie er reagieren wird…und wie es dann mit den beiden weitergehen wird über das nächste Jahr, über die nächsten zehn Jahre und über die nächsten fünfzig Jahre.

Hab deinen Spaß damit, den Spieß umzudrehen. Du kannst darauf gespannt sein, wie sie reagiert.

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Leserfrage: Wenn sie mit “Kennen wir uns?” antwortet

Sonntag, März 1st, 2009

Frage:

Ich fange gerade an, die Techniken aus deinem Buch anzuwenden. Ich schreibe dadurch schon lockerer als vorher. Aber manchmal bekomme ich als Antwort nur “Kennen wir uns?”. Wie soll ich darauf reagieren?

Antwort:

“Kennen wir uns?” — das klingt erstmal ziemlich abweisend. In Wirklichkeit ist es aber ein gutes Zeichen: Sie hat deine Mail nicht einfach weggeklickt oder ungelesen gelöscht - sondern sie hat darauf geantwortet.

Sie zum Antworten zu bringen ist der einzige Zweck, den deine Eröffnungsmail hat.

Wenn sie dir antwortet, hast du alles richtig gemacht.

Du kannst dann den zweiten Schritt gehen. Du hast ihre Aufmerksamkeit und kannst jetzt loslegen, eine Verbindung zu ihr aufzubauen.

In den nächsten Mails geht es also darum,

  1. etwas über sie zu erfahren und
  2. ihr zu demonstrieren, wie anders, wie unberechenbar und wie witzig du bist.

Auf ihre Frage brauchst du nicht groß einzugehen. Ich schreibe meistens einfach “Oh, ich bin neugierig” - und schreib dann über was anderes. Zum Beispiel so:

“Oh, ich bin einfach neugierig was für ein Mensch sich hinter diesem Foto versteckt. :) Wenn du ein Tier wärst, was meinst du wärst du für eins?”

Du darfst das nicht vergessen:

Dein Ziel ist nicht das Gespräch irgendwie künstlich am Laufen zu halten.

Dein Ziel ist sie zu überraschen. Dein Ziel ist sie zum Lachen zu bringen. Und dein Ziel ist herauszufinden was für ein Mensch sie ist - was sie fasziniert, was ihr Humor ist, welche düsteren Seiten sie hat…

Die Verbindungsphase ist die wichtigste Phase im Onlineflirt. Hier kannst du all die Richtlinien und Spiele und Persönlichkeitstest anwenden, die du im 4. Kapitel gelesen hast (S. 33-52).

Am Anfang wirst du dich ein bisschen hölzern dabei fühlen. Aber mit Übung wirst du Intuition entwickeln.

Deine wichtigste Leitlinie sollte sein, dass du selber schmunzelst beim Schreiben. Dann machst du alles richtig.

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